Seaside Residencies Heringsdorf
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Usedoms vornehmstes Seebad, Heringsdorf, ging aus einem 1819 angelegten Fischerdorf hervor. Ein Jahr zuvor hatten die Brüder von Bülow damit begonnen, einzelne Waldstellen auf ihren Ländereien zu lichten und die so gewonnenen Bauplätze an Büdner (das sind Besitzer kleiner Verkaufsbuden) und Fischer zu verkaufen.

Bereits 1825 hielten die rund 113 Bürger ihr Heringsdorf für einen Badeort.
Wie Heringsdorf am 7 Juni 1820 zu seinem Namen kam, wird nach der Schilderung von Hans von Dollen, der zwischen 1883 und 1885 landeskundliche Berichte mit dem Titel "Streifzüge durch Pommern" schrieb, Folgendermaßen beschrieben:

„Als im Juni 1820 König Friedrich Wilhelm III. in Begleitung seiner Söhne, des Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. und des Prinzen Wilhelm und des Prinzen Karl auf einer Rundreise durch Pommern auch nach der Insel Usedom kam, da wurde ihm in Swinemünde unter anderem auch viel von der Fischerei erzählt, die für viele Strandortlandschaften das einzigste Gewerbe zum Unterhalt ihrer Bewohner sei. Der König war begierig, die Vorrichtungen zum Einsalzen und Verpacken des Herings kennen zu lernen, und fuhr infolgedessen mit dem Grundherrn von Goten nach dessen am Strande neu angelegten Fischerkolonien. Bei dieser Gelegenheit wurde auch vom Kronprinzen, auf Bitte des Herrn von Bülow, für die im Urwalde des Gothener Forst entstandenen Kolonien ein Name vorgeschlagen, und zwar wusste der Kronprinz in seiner heiteren Laune gerade keinen passenderen zu nennen, als den des Fisches, dessen letzte Schicksale sie hierhergeführt, nämlich Heringsdorf. Diesen Namen hat die Kolonie seitdem behalten. Und ist mit ihm berühmt geworden.”

Heringsdorf wurde bald Bad der Berliner Aristokratie und Hochfinanz.
Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich Heringsdorf zum beliebten Badeort entwickeln konnte, war natürlich auch hier die Anbindung an das Eisenbahnnetz. 1894 wurde die Strecke Swinemünde-Heringsdorf in Betrieb genommen, 1911 die Strecke Heringsdorf-Wolgast. Nun konnte man auch damals schon in rund 3 Stunden von Berlin aus dieses Bad erreichen.

Entscheidend für die Entwicklung Heringsdorfs waren die Aktivitäten von Adelbert und Hugo Delbrück, den Begründern der schon erwähnten Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf. Die Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf wurde 1872 gegründet. Die beiden Brüder hatten dafür 7-800 Morgen Wald, die bereits bestehenden Badeanstalten und einige Häuser im Werte von 115 000 Talern erworben.
Der Verkauf der Terrains ließ sich gut an. Bereits gegen 1890 hatte sich Heringsdorf als "Nizza der Ostsee" etabliert.

Nach dem Krieg war Heringsdorf zwischen 1945 bis 1950 zu großen Teilen ein Sowjetisches Militärsanatorium. Ab 1951 betreute der Feriendienst der Gewerkschaften Hunderttausende Werktätige der DDR und Gewerkschaftler, vor allem aus den sozialistischen Ländern in den Ferienheimen.

Nach der Wende begann eine neue Blüte. Jeder Spaziergang durch das Seebad zeugt davon. Die drei Kaiserbäder haben mittlerweile zusammen 9391 Einwohner mit dem Hauptsitz hier. Dazu kommen 672, die hier einen Nebenwohnsitz haben. Im Jahr 2005 waren 366 711 Gäste in den Kaiserbädern mit 1 883 516 Übernachtungen.

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